Es ist eine klassische Geschichte: Man hat über Jahre Expertise in den Bereichen Datenschutz und Digitalisierung aufgebaut, die Finger jucken, und man möchte etwas Sinnvolles zurückgeben. Also streckt man die Fühler aus. Ich dachte mir: „Ein Experte, der seine Hilfe pro bono anbietet? Da müssen Vereine und Unternehmen doch Schlange stehen!“
Die Realität war eher… nun ja, schweigsam. Es stellte sich heraus: Kostenlose Hilfe anzubieten ist manchmal wie Freibier auf einer einsamen Insel – man findet kaum jemanden, der den Zapfhahn bedienen will. Während meine Inbox auf Angebote meinerseits mit vornehmer Zurückhaltung reagierte, öffnete sich schließlich die richtige Tür: Ich engagiere mich ab sofort ehrenamtlich im Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG).
Wenn Expertise auf Leidenschaft trifft
Manchmal muss man eben dort helfen, wo man selbst verwurzelt ist. Als Betroffener weiß ich, dass Digitalisierung im Gesundheitswesen kein Selbstzweck ist, sondern Lebensqualität bedeuten kann. Und Datenschutz? Das ist in einem Bereich, in dem es um hochsensible Gesundheitsdaten geht, kein bürokratisches Hindernis, sondern die Basis für Vertrauen. Dieses Wissen stelle ich nun in den Dienst der DMSG, um die digitale Transformation des Verbandes sicher und zukunftsorientiert mitzugestalten.
Warum „Wissen“ die beste Medizin ist
Viele Neudiagnostizierte machen denselben Fehler: Sie googeln. Und landen oft bei Schreckensszenarien. Dabei ist es essenziell, sich fundiert und seriös über die eigene Erkrankung zu informieren.
- Mündige Patienten: Nur wer seine MS versteht, kann mit Ärzten auf Augenhöhe diskutieren (Shared Decision Making).
- Angstreduktion: Fakten nehmen der Ungewissheit den Schrecken. Die moderne Medizin bietet heute Chancen, die vor 20 Jahren undenkbar waren.
- Selbstwirksamkeit: Zu wissen, welchen Einfluss Ernährung, Sport oder digitale Therapiebegleiter haben, gibt einem das Gefühl der Kontrolle zurück.
Die Rolle der Verbände: Mehr als nur Broschüren
Warum brauchen wir einen Bundesverband wie die DMSG? In einer digitalisierten Welt könnte man meinen, Foren reichten aus. Doch Verbände erfüllen Aufgaben, die keine Facebook-Gruppe leisten kann:
- Interessenvertretung: Sie sind die politische Stimme gegenüber der Regierung und den Krankenkassen, um die Versorgungslage zu verbessern.
- Forschungsförderung: Verbände initiieren und unterstützen Studien, die unabhängig von Pharma-Interessen sind.
- Qualitätssicherung: Sie zertifizieren MS-Zentren, damit Patienten wissen, wo sie wirklich exzellent behandelt werden.
- Vernetzung: Sie schlagen die Brücke zwischen Wissenschaft, Medizin und dem Alltag der Betroffenen.
Wie profitiert der Einzelne?
Das Engagement in einem Verband oder die bloße Mitgliedschaft ist kein Altruismus – es ist ein Gewinn für einen selbst:
- Geprüfte Informationen: Man erhält Zugriff auf gesichertes Wissen statt auf gefährliches Halbwissen.
- Beratungsangebote: Ob rechtliche Fragen zur Erwerbsminderungsrente oder psychosoziale Begleitung – man ist nicht allein.
- Gemeinschaft: Das Gefühl, Teil einer starken Gemeinschaft zu sein, die aktiv die Zukunft gestaltet, gibt enorme mentale Kraft.
Fazit
Ich freue mich darauf, meine berufliche Leidenschaft für Daten und digitale Prozesse mit meinem persönlichen Weg zu verknüpfen. Wenn mich die Wirtschaft nicht wollte – die DMSG bekommt jetzt das volle Paket Roewi-Expertise. Und das ist auch gut so.
Auf eine digitale, sichere und informierte Zukunft!


