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Warum es so wichtig ist, dranzubleiben!


Eine Diagnose wie primär progrediente Multiple Sklerose (PPMS) verändert das Leben – oft abrupt, immer tiefgreifend. Doch gerade weil der Verlauf schleichend ist und die Einschränkungen sich langsam verstärken können, ist es entscheidend, sich nicht aufzugeben. Aktiv zu bleiben – körperlich, mental, sozial – bedeutet nicht, die Krankheit zu ignorieren, sondern sich selbst wieder ein Stück Kontrolle zurückzuholen. Kleine, konsequente Schritte können das Gefühl der Hilflosigkeit reduzieren und den Alltag selbstbestimmter gestalten.

Was ist Multiple Sklerose in 2 Sätzen:
Multiple Sklerose ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die schützende Myelinschicht der Nerven im zentralen Nervensystem angreift. Dadurch werden Nervenleitungen gestört oder dauerhaft geschädigt, was vielfältige neurologische Symptome verursacht. 

6 DOs – Dinge, die dir Kontrolle und Stabilität zurückgeben

1. Bleib körperlich aktiv – in deinem Rahmen

Leichte Bewegung wie Spazierengehen, Dehnübungen oder Physiotherapie können helfen, Muskulatur zu erhalten und Fatigue zu reduzieren. Regelmäßigkeit ist wichtiger als Intensität.

2. Pflege Routinen

Feste Tagesabläufe schaffen Orientierung und reduzieren Stress. Sie geben Struktur an Tagen, an denen die Symptome dominieren.

3. Sprich offen über deine Grenzen

Ehrliche Kommunikation mit Familie, Freunden und Arbeitgebern verhindert Überlastung. Menschen können nur Rücksicht nehmen, wenn sie wissen, was du brauchst.

4. Nutze Hilfsmittel ohne Scham

Ob Gehstock, Rollator, ergonomische Hilfen oder Apps – sie dienen dazu, Freiheit zu bewahren, nicht aufzugeben. Frühes Nutzen erleichtert den Alltag langfristig.

5. Achte konsequent auf mentale Gesundheit

Achtsamkeit, Gesprächstherapie oder Selbsthilfegruppen können helfen, Ängste zu verarbeiten. Psychische Stabilität wirkt sich auch positiv auf körperliches Befinden aus.

6. Informiere dich – aber aus vertrauenswürdigen Quellen

Wissen stärkt deine Handlungskompetenz. Seriosität schützt vor falschen Versprechen oder unnötiger Verunsicherung.

6 DON’Ts – Dinge, die dich zusätzlich schwächen können

1. Dich isolieren

Rückzug ist verständlich, aber soziale Kontakte geben Kraft. Auch kleine Interaktionen verhindern Einsamkeit und depressive Verstimmungen.

2. Symptome ignorieren oder „durchbeißen“

Wenn neue oder verstärkte Beschwerden auftreten, sollten sie abgeklärt werden. Unterdrücken führt oft nur zu mehr Belastung.

3. Dich mit anderen vergleichen

Jede MS verläuft anders. Vergleiche erzeugen häufig unnötigen Druck und Frustration.

4. Energie sinnlos verschwenden

Lerne, priorisieren: nicht jede Aufgabe muss heute erledigt werden. Energie ist ein kostbares Gut – setze sie bewusst ein.

5. Dich von Schuldgefühlen leiten lassen

Du bist nicht verantwortlich für deine Erkrankung oder deren Verlauf. Selbstvorwürfe nehmen Kraft, die du für dich brauchst.

6. „Wunderheilungen“ und fragwürdige Therapieversprechen glauben

MS ist komplex, und seriöse Ansätze sind selten spektakulär. Skepsis schützt vor finanziellen, gesundheitlichen und emotionalen Schäden.

Hier die Dos And Donts als PDF zum drucken und an den Kühlschrank hängen:

Und du kannst noch mehr für Dich tun:

5 DOs – Gute Lebensmittel & Gewohnheiten

1. Viel Gemüse & Obst – bunt und abwechslungsreich

Reich an Antioxidantien, Vitaminen und entzündungshemmenden Pflanzenstoffen.

2. Omega-3-reiche Lebensmittel

Fettreicher Fisch (Lachs, Makrele, Hering), Walnüsse, Leinsamen und Chiasamen unterstützen entzündungshemmende Prozesse.

3. Vollkorn statt Weißmehl

Sorgt für stabilen Blutzucker und mehr Ballaststoffe, was Energielevel und Verdauung unterstützt.

4. Pflanzliche Proteine einbauen

Hülsenfrüchte, Tofu, Nüsse – gut für Muskeln und Energie ohne unnötige Entzündungsfaktoren.

5. Ausreichend trinken

1,5–2 Liter Wasser am Tag helfen Kreislauf, Konzentration und Verdauung – besonders wichtig bei Fatigue.


5 DON’Ts – Dinge, die du besser reduzierst

1. Stark verarbeitete Lebensmittel

Fertiggerichte, Chips & Co. fördern Entzündungen und enthalten unnötige Zusatzstoffe.

2. Zu viel Zucker

Er treibt Entzündungen an und lässt den Energielevel abstürzen – schlecht bei Fatigue.

3. Übermäßiger Konsum von rotem & verarbeitetem Fleisch

Oft schwer verdaulich, entzündungsfördernd und belastet den Stoffwechsel.

4. Viele gesättigte und gehärtete Fette

Frittierte Speisen, Backwaren, Fast Food – sie wirken entzündungsfördernd und belasten die Gefäße.

5. Alkohol in größeren Mengen

Kann neurologische Symptome verschlimmern, Schlaf beeinträchtigen und Entzündungen fördern.

Mehr über MS im Podcast: